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Kompositorische Exploration mit Formen im Raster #52

@cnoss

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@cnoss

In dieser Übung steht das gestalterische Arbeiten im modularen Raster im Vordergrund. Ziel ist es, ein Gefühl für Balance, Rhythmus, Leere und Dichte innerhalb einer streng formalen Struktur zu entwickeln. Im Gegensatz zu vorhergehenden Übungen, in denen das Raster primär als Fläche zur Vollbelegung diente, liegt hier der Fokus auf dem bewussten Umgang mit Leerstellen und der differenzierten Bespielung einzelner Rastereinheiten.

Die Gestaltungsfläche wird im Hochformat angelegt und wahlweise in ein 4x4, 5x5 oder 6x6 Raster unterteilt. Die Wahl der Rasterdichte hat dabei direkten Einfluss auf die gestalterischen Möglichkeiten: Ein gröberes Raster erlaubt größere, prägnantere Eingriffe, während ein feineres Raster subtilere Variationen und feinere Kompositionsarbeit ermöglicht. Die Entscheidung über das Rasterformat ist Teil des gestalterischen Konzepts und muss begründet werden.

In die Rastereinheiten können unterschiedliche Formelemente eingesetzt werden – dazu zählen:

  • Lineare Strukturen (horizontal, vertikal, diagonal, gebogen)
  • Flächenformen (Kreise, Rechtecke, Dreiecke, Ellipsen etc.)
  • Fragmentierte oder kombinierte Formen
  • Optional: Typografische Elemente als strukturierende Zeichenformen (nur in einer Erweiterung)

Zentraler Aspekt der Aufgabe ist die gezielte Reduktion: Nicht jede Zelle des Rasters muss oder soll gefüllt werden. Vielmehr geht es um die kompositorische Spannung zwischen Fülle und Leere, um das Erspüren von visueller Balance, rhythmischer Reihung, Störung, Wiederholung, aber auch von Auslassung als gestalterischem Mittel.

Gestaltungsprinzipien, die im Prozess reflektiert werden sollen:

  • Ausrichtung vs. Irritation: Folgen die Formen einer inneren Systematik oder brechen sie diese bewusst?
  • Symmetrie und Asymmetrie: Wie wird die Komposition durch Wiederholung oder bewusste Brüche strukturiert?
  • Dynamik vs. Ruhe: Welche Anordnungen erzeugen Spannung, welche führen zur Beruhigung des Gesamtbildes?
  • Negativraum als Gestaltungselement: Welche Rolle spielen die Leerflächen im Verhältnis zu den gesetzten Formen?

Erweiterungsmöglichkeiten:

  • Monochrome vs. farbige Umsetzung: Farbe als zusätzlicher Parameter zur Differenzierung.
  • Serielle Transformation: Drei Versionen mit wachsender Komplexität oder zunehmender Fragmentierung.
  • Regelbasierte Einschränkungen: Nur eine Formart erlaubt / Nur diagonale Bewegungen / Nur die äußeren Zellen dürfen genutzt werden etc.

Diese Übung schult das gestalterische Urteilsvermögen im Spannungsfeld zwischen Ordnungssystem und Freiheit. Sie fördert die Sensibilität für visuelle Gewichtung und lehrt die produktive Nutzung von Begrenzung als kreatives Werkzeug.

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